Nervensystem, Atmung und Herz

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Sinneseindrücke verändern unser Körpermilieu

Unsere Sinnesorgane nehmen Reize aus unserem Umfeld auf und leiten diese Informationen über das periphere Nervensystem an das Zentrale Nervensystem (Rückenmark und Gehirn).  Nur ein kleiner Anteil  der Information erreicht das Bewusstsein im Grosshirn,  jedoch wird sämtliche Information im unbewussten Bereich des Gehirns  gespeichert, ausgewertet und an die Regulationsmechanismen angeschlossen. Der Hypothalamus steuert aufgrund der einströmenden Information permanent die Ausschüttung von Neurotransmittern und Hormonen, um die Körpersysteme und das Körpermilieu für das erforderliche Mass an Aktivität, Energie und Spannung einzuregulieren.

Die Reize, welche ich aus den Räumen, aus dem Lebens- und Arbeitsraum, aufnehme, bewusst oder unbewusst, wirken sich direkt auf meinen Körper aus, auf die Empfindungen, das Denken, Fühlen und Handeln und gestalten mein Befinden.

abendhimmel

Herz, Atmung und Nervensystem funktionieren „Hand in Hand“

Die Organsysteme werden durch das vegetative (autonome) Nervensystem gesteuert. Der Sympatikus stellt die Organfunktionen auf Leistungserbringung ein und der Parasympatikus bewirkt das Gegenteil, er reguliert die Erholung der Organsysteme. Der dritte Bereich des vegetativen Nervensystems ist das Entherische Nervensystem des Darms. Sympatikus und Parasympatikus sind vergleichbar mit einer Waage: Eine Intensivierung auf der einen Seite wirkt sich hemmend auf der anderen Seite aus. Für die körperliche und daher auch für die geistige und psychische Ausgeglichenheit ist es wichtig, dass sich die Phasen von Aktivität und Erholung massvoll ausgleichen, denn nur so können sich die Organsysteme genügend regenerieren.

Das Herz-Kreislaufsystem und die Atmung, welche für die Aufnahme, Verteilung und den Abtransport der Stoffe des Sauerstoffwechsels zuständig sind, reagieren auf jede Veränderung im Körper, Denken und Fühlen unmittelbar und in jedem Moment.

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Atmung ist Bewegung im ganzen Körper

Das Ein- und Ausatmen generiert eine Welle von Ausdehnung und Zurückschwingen der Körperwände, von Zug, Druck und Entlastung im Körpergewebe. Diese Atemwelle erfasst die Gewebe und Zellen im ganzen Körper von Kopf bis Fuss. Sie generiert eine Spannung, welche die Körperaufrichtung unterstützt, fördert die Durchblutung, den venösen und lymphatischen Rückfluss und die Tätigkeit und Durchblutung der Bauchorgane. Das Zwerchfell als Hauptatemmuskel ist mit dem Herzbeutel und der Lendenwirbelsäule verbunden. Dadurch wirkt jeder Atemzug unterstützend auf die Herzdurchblutung und setzt Impulse auf die Wirbelsäule ab. Bemerkenswert ist, dass über den Ausatem ein Grossteil der im Körper anfallenden Säure abgeatmet wird.

Können sich Atemrhythmus, Atembewegung und Atemvolumen nicht mehr plastisch auf die sich stetig verändernden Körperzustände einstellen, steht uns nicht mehr das gesamte Atempotenzial zur Verfügung. Gründe für solche Veränderungen können sein: Fehlhaltung, Schmerzen, psychische Dysbalancen, belastende Gefühle, permanente Überlastung, Übertraining, zu wenig Bewegung, Übermüdung, Erschöpfung, Gewohnheiten, usw. Die Auswirkungen auf unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit sind unterschiedlicher Natur, so zum Beispiel Sauerstoffmangel, Atemnot, ein Gefühl von Enge oder Überblähung, Anspannung, Minderdurchblutung bis hin zu Verspannungen und Schmerzen im Rumpf, Müdigkeit und Leistungseinbussen. Körperliches Unwohlsein wirkt sich auf unser psychisches Befinden, auf unsere Emotionen, aber auch auf unsere Denkprozesse und -leistungsfähigkeit aus. Je länger dieses Ungleichgewicht besteht und je ausgeprägter es ist, umso deutlicher, unangenehmer und nachhaltiger zeigen sich die Folgen.

Atem ist ganzheitliche Kraft

Unsere Atmung steht über das Nervensystem in wechselseitiger Verbindung mit unseren körperlichen Zuständen, unserem Denken und Fühlen. Nicht zuletzt spielt der Atem auch in unserer unbewussten Körperwahrnehmung eine nicht zu unterschätzende Rolle, denn das Empfinden der wellenförmigen Atembewegung begleitet uns von unserem ersten Atemzug an und gehört untrennbar zu unserer Eigenwahrnehmung.

Lernen wir unsere Atmung wahrzunehmen, zu empfinden und auf sie zu achten, finden wir in ihr eine Quelle von ganzheitlicher Kraft, innerer Ruhe und Gegenwärtigkeit.